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Raubwanze - Reduviidae
Raubwanze - Reduviidae


Raubwanzen
Die Raubwanzen (Reduviidae), engl. : assassin bugs, wheel bugs and thread-legged bugs, sind eine Familie in der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera), der Unterordnung Wanzen (Heteroptera), der Teilordnung Cimicomorpha und in der Überfamilie Reduvioidea. Die Familie der Raubwanzen teilt sich in mehrere Unterfamilien, zu denen die Apiomerinae, Bactrodinae, Centrocnemidinae (Syn. : Centrocneminae), Cetherinae, Diaspidinae, Ectrichodiinae, Elasmodeminae, Emesinae, Hammacerinae, Harpactorinae, Holoptilinae, Peiratinae, Phonolibinae, Phymatinae, Physoderinae, Reduviinae, Rhabdocorinae, Rhaphidosominae, Saicinae, Salyavatinae, Sphaeridopinae, Stenopodainae, Tegeinae, Triatominae, Tribelocephalinae und die Visayanocorinae gehören.
Acht dieser Unterfamilien mit insgesamt 114 Arten sind in Europa zu finden. Auf Mitteleuropa entfallen 20 Raubwanzen-Arten, während weltweit etwa 7000 Arten dieser Familie bekannt sind. In den Tropen und Subtropen erreichen die Raubwanzen ihre stärkste Artenvielfalt. Hier sind auch die größten Exemplare zu finden. Beispiele für die in den Unterfamilien vorkommenden Triben sind Collartidini, Leistarchini, Emesini, Ploiariolini, Deliastini und Metapterini.
Zu den vielen Gattungen der Raubwanzen-Familie zählen: Arilus, Barce, Bironiola, Coranus, Emesaya, Emesopsis, Empicoris, Gardena, Ghilianella, Mafulemesa, Melanolestes, Panstrongylus, Peirates, Phymata, Platymeris, Ploiaria, Pselliopus, Pseudometapterus, Pygolampis, Rasahus, Reduvius, Rhiginia, Rhynocoris, Sinea, Stenolemoides, Stenolemus, Triatoma und Zelus.
Einige Raubwanzen-Arten sind: Coranus subapterus, Empicoris vagabundus, Panstrongylus geniculatus, Peirates hybridus, Phymata crassipes, Platymeris biguttatus, Platymeris rhadamanthus, Ploiaria domestica, Pygolampis cognata, Staubwanze bzw. Kotwanze (Reduvius personatus), Geringelte Mordwanze (Rhynocoris annulatus) und Rote Mordwanze (Rhynocoris iracundus).
Erwachsene Raubwanzen erreichen Körperlängen von 3, 5 bis 40 mm. In Form, Körperbau und Farbe treten sie ebenfalls sehr unterschiedlich auf. Viele Arten sind durch Farben und Muster so gut getarnt, dass sie von ihrer Umgebung kaum unterscheidbar sind. Andere Arten zeigen deutliche Signalfarben (braun, schwarz, rot, orange, gelb) zur Abschreckung von Fressfeinden. Der Körperbau der Raubwanzen variiert von zarten bis zu robusten Formen. Auch die Flügel der Raubwanzen können (je nach Art) unterschiedlich gut entwickelt sein. Der Kopf der Raubwanzen ist meistens länglich und durch eine Einschnürung in einen vorderen wie in einen halsartigen hinteren Abschnitt geteilt. Der Kopf ist stets frei beweglich. Die Fühler sind gekniet. Langflügelige Arten tragen hinter den Fühlern (als Ergänzung zu den großen Facettenaugen) 2 Punktaugen (Ocellen).
Der kurze und kräftige Stechrüssel (Rostrum) besteht aus 3 Segmenten und ist im Halbkreis nach unten gebogen. Er liegt auch in der Ruheposition nicht am Körper an. An der Vorderbrust (Prosternum) befindet sich eine rillenartige Vertiefung mit Querriefen. Wird der Stechrüssel in dieser Rinne hin- und herbewegt (Stridulation), so ertönt ein Laut, der zur Abschreckung von Fressfeinden dient. Im Falle unmittelbarer Bedrohung durch Fressfeinde injizieren die Raubwanzen über ihren Stechrüssel einen Giftspeichel, der üblicherweise der Lähmung bzw. Tötung von Beutetieren dient. Ein solcher Stich kann auch für Menschen äußerst schmerzhaft sein, wobei die Gefahr gesundheitlicher Komplikationen nicht auszuschließen ist.
Die Vorderbeine der Raubwanzen sind häufig zu Fangbeinen entwickelt, die zum Ergreifen und Fixieren kleiner Gliederfüßer (Arthropoden) dienen. Bei einigen Arten ist an den Schienen (Tibien) der vorderen und mittleren Beinpaare ein dichter Haarbesatz erkennbar, der die Fixierung von Beutetieren unterstützt.
Raubwanzen sind in einer Vielzahl von Biotopen anzutreffen. In der Überzahl bevorzugen sie warme Gebiete. Man kann sie sowohl am Boden wie auch auf verschiedenen Bäumen, Büschen und Krautpflanzen antreffen. Verschiedene Arten leben auch im menschlichen Siedlungsbereich. Raubwanzen sind aktive Jäger, die (wahrscheinlich unspezialisiert) von der Erbeutung verschiedener Arthropoden aller Entwicklungsstadien (vor allem Milben, Läuse, Thripse, Minierfliegen, Käfer und Raupen) leben. Einige Arten (Unterfamilie Triatominae) haben sich zu Blutsaugern an Vögeln und Säugetieren entwickelt, die auch Menschen befallen können.
Durch einige Raubwanzen-Arten (wie beispielsweise die Gattung Triatoma in Mittelamerika und Südamerika), die neben der Einstichstelle auch Kot hinterlassen, kann durch im Kot enthaltene Parasiten beim Menschen die Chagas-Krankheit hervorgerufen werden. Da die Raubwanzen sehr viele Pflanzenschädlinge vertilgen, gelten sie als äußerst nützlich, und werden verstärkt in Gartenbau und Landwirtschaft eingesetzt.

Gattungen1.138
Arten8.089
Deutsche NamenRaubwanzen
Englische NamenAssassin bugs, Kissing bugs, Thread-legged bugs, Assassin and thread-legged bugs, Assassinbugs
NiederländischRoofwantsen
Dänische NamenRovtæger
Finnische NamenPetoluteet
Norwegische NamenRovteger
Schwedische NamenRovskinnbaggar
Französische NamenRéduviidés
AutorLatreille, 1807
Vorkommen
Artenlisten

Kontinente:

Eurasien
Amerika
Afrika
Ozeanien


Ecoregionen:

Nearktis
Neotropische Region


Fossilien:

Känozoikum
Mesozoikum


Weltmeere:

Pazifischer Ozean


Länder
Artenlisten
Österreich, Afghanistan, Albanien, Algerien, Angola, Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brasilien, Bulgarien, Burundi, Chile, China, Costa Rica, Dänemark, Demokratische Republik Kongo, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Estland, Finland, Frankreich, Gabun, Georgia, Ghana, Griechenland, Guatemala, Guyana, Indien, Indonesien, Irland, Israel, Italien, Japan, Königreich Lesotho, Kamerun, Kanada, Kenia, Kolumbien, Kroatien, Kuba, Laos, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Marokko, Mexiko, Mikronesien, Montenegro, Mosambik, Namibia, Neuseeland, Niederlande, Niger, Nikaragua, Norwegen, Panama, Papua Neuguinea, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Republik Kongo, Russland, Südkorea, Salomonen, Sambia, Schweden, Schweiz, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, St. Vincent und die Grenadinen, Türkei, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, USA, Ukaine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan, Venezuela, Vereinigtes Königreich, Vietnam, Zypern
Links und ReferenzenReduviidae in bie.ala.org.au
Reduviidae in faunaeur.org
Reduviidae in itis.gov
Reduviidae in dyntaxa.se
Reduviidae in Wikipedia (Englisch)

Weiterführende Kapitel von "Raubwanzen"
- Coranus aegyptius
- Mediterrane Raubwanze
Beschreibung der Bilder / Fotos
Fotografie mit folgenden Digitalkameras
Nikon D3x, Nikon D300, Canon 50D
Bildbearbeitung mit Photoshop
1. Raubwanze - Reduviidae
Schnellsuche: Raubwanzen - Arten - Familie - Unterfamilien - Platymeris - Rhynocoris
Menschen - Stechrüssel - Reduviidae - Triatominae - Coranus - Empicoris - Panstrongylus - Peirates
Taxonomie
KlasseInsecta
Insekten, Kerbtiere, Kerfe, Freikiefler
UnterklassePterygota
Fluginsekten
TeilklasseNeoptera
Neuflügler
ÜberordnungParaneoptera
OrdnungHemiptera
Schnabelkerfe, Halbdecker
UnterordnungHeteroptera
Wanzen
TeilordnungCimicomorpha
ÜberfamilieReduvioidea
FamilieReduviidae
Raubwanzen
AutorLatreille, 1807
 
Synonyme
Elasmodemidae (Letheirry & Severin, 1896)
Phymatidae (Laporte, 1832)
Reduvidae
 
Englische Bezeichnungen
Assassin and thread-legged bugs, Assassin bugs, Assassinbugs, Kissing bugs, Thread-legged bugs
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